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Goldkurs

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Der Goldkurs reflektiert das Investitionsverhalten in einem der interessantesten Märkte der Welt. CoinInvest erklärt Ihnen, wie dieser Goldkurs entsteht und wodurch er beeinflusst wird.

Der Goldkurs in London

Die beiden wichtigsten Goldkurse des Tages werden um 11.30 Uhr und 16.00 Uhr (Mitteleuropäische Zeit) per Telefonkonferenz zwischen fünf Großbanken in London festgesetzt. Diese sogenannten Bullionbanken (wörtlich: Barrenbanken) handeln sowohl auf eigene Rechnung wie auch im Auftrag ihrer Kunden. Der Prozess nennt sich London Gold Fixing. In jedem Fixing schlägt der Chairman oder Vorsitzende einen Preis vor, den die vier anderen Mitglieder dann ihren Kunden übermitteln. Damit der Preis endgültig festgesetzt wird, müssen sich sowohl Käufer als auch Verkäufer finden. Sind nur Käufer oder nur Verkäufer vorhanden, wird der Preis so lange nach oben oder unten angepasst, bis ein ausgewogenes Verhältnis erreicht ist. Der so ermittelte Goldkurs wird dann vom Chairman fixiert.

Goldkurs in New York

Der Goldhandel in New York ist in erster Linie ein Futures-Handel und wird über die Plattformen der CME Group abgewickelt, der weltweit größten Warenterminbörse. Spot Gold Handel mit einer Auslieferungsfrist von 2 Tagen findet in New York ebenfalls statt. Die Handelszeiten für Gold sind Sonntag bis Freitag von 18:00 Uhr bis 17.15 Uhr. Ein aktueller Goldkurs in New York überschneidet sich also häufig mit den Goldkursen an anderen Handelsplätzen wie Hong Kong und Sydney. Großbanken spielen aufgrund der hohen Volumen, die sie am Markt bewegen, auch in New York eine wichtige Rolle, allerdings gibt es zahlreiche weitere Teilnehmer, die den Handel mit Gold-Futures zum Zweck der Absicherung (Hedging) oder Spekulation auf einen fallenden oder steigenden Gold Kurs nutzen.

Goldkurs und Währungen

Gold wird global in US-Dollar gehandelt und verhält sich häufig nicht wie ein beliebiger Rohstoff, sondern eher wie eine Währung. Eine Schwäche im US-Dollar führt häufig zu einem steigenden Goldkurs, während ein starker Dollar den Goldkurs negativ beeinflusst. Der Goldkurs in Euro oder jeder anderen Währung ergibt sich aus dem Goldkurs in Dollar und dem jeweiligen Wechselkurs. Geraten lokale Währungen wie die Indische Rupie oder der Australische Dollar stark unter Druck, führt das meist zu steigenden Goldkursen in diesen Währungen oder mindert bei einem in US-Dollar fallenden Goldkurs den Preisverlust. Der Währungsaspekt kann das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach Gold kurzfristig und auch mittelfristig vollständig überlagern.

Goldkurs und Realzinsen

Gold ist ein sicherer Hafen für Anleger, da es im Verlauf der Geschichte immer wieder unter Beweis gestellt hat, dass es Wert auch beim vollständigen Zusammenbruch eines Währungssystems erhalten kann. Innerhalb unseres aktuellen Weltwährungssystems gelten US-Staatsanleihen ebenfalls als Safe Haven Investments. Somit sind sie direkte Konkurrenten von Gold. Steigende Zinsen auf Anleihen sind im Allgemeinen schlecht für den Goldkurs, da Gold keine Zinsen abwirft, während sinkende Zinsen einen steigenden Goldkurs zur Folge haben können. Wichtig sind allerdings allein die Realzinsen. Realzinsen sind Nominalzinsen minus Inflation.

Die 70er Jahre sind das klassische Beispiel für ein Hochzinsumfeld, in dem der Goldkurs sogar explodieren konnte, weil auch die Inflationsraten exorbitant hoch waren. Dies führte zu teils negativen Realzinsen und zusätzlich zu einem deutlichen Verlust an Vertrauen in die US-Währung und US-Anleihen, das erst in den 80er Jahren wieder hergestellt werden konnte.

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