Top

Goldkurs aktuell – Was treibt den Goldpreis?

Der Goldkurs aktuell wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, zu denen die Zinspolitik der Notenbanken, Inflationsängste, Spekulationen an den Terminmärkten und in meist geringerem Umfang der physische Goldmarkt zählen. CoinInvest stellt Ihnen diese kursbestimmenden Größen genauer vor.

Goldkurs aktuell – Einfluss der Zinspolitik

Geldpolitische Entscheidungen können einen wichtigen Einfluss auf den Goldkurs aktuell ausüben. Die acht Mal im Jahr stattfindenden Sitzungen der US-Notenbank Fed werden sehr oft von heftigen Ausschlägen des Goldkurses begleitet. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Anhebungen oder Absenkungen des Leizinses. Der Leitzins gibt die Richtung für das allgemeine Zinsniveau vor, hat also mittelbar auch einen Einfluss auf die Verzinsung von Anleihen. Anleihen, insbesondere langlaufende US-Treasuries sind am Markt wiederum ein direkter Konkurrent von Gold, das selbst keine Zinsen abwirft. Eine hohe Anleiheverzinsung macht ein Investment in die Staatspapiere gegenüber dem Edelmetall attraktiv, bei einer Verzinsung nahe Null ist das Gegenteil richtig. Das gilt insbesondere dann, wenn die Inflationsrate über dem Anleihezins liegt und die Rendite dadurch real – also inflationsbereinigt – negativ wird.

Goldkurs aktuell – Angst vor Inflation und Deflation

Akute Befürchtungen einer zu hohen Inflation können sich als Treiber für den Goldkurs aktuell auswirken. Als die Notenbanken nach der Finanzkrise 2007 und 2008 den Markt in großen Umfang mit billigem Geld versorgten, war die Angst vor der Geldentwertung weitverbreitet und der Goldpreis konnte kräftig steigen. Als die Inflationssorgen sich nach einigen Jahren nicht bestätigt hatten, gab der Goldkurs nach seinem Hoch im September 2011 wieder deutlich nach.

Die Angst vor Deflation, also einer Spirale aus fallenden Preisen, fallenden Löhnen und sinkenden Investitionen der Unternehmen, hat genau den umgekehrten Effekt wie Inflationssorgen. Wenn das Papiergeld tendenziell immer mehr wert wird, fallen die Preise für Rohstoffe, zu denen auch Gold zählt. Zum zweiten greift hier wieder das Zinsargument für den Anleger: Selbst ein Sparbuch, das nur minimale oder überhaupt keine Verzinsung bietet, bietet dem Kontoinhaber in einer Deflation steigende Kaufkraft.

Die vehementen Versuche der Fed und der EZB, eine Deflation abzuwehren, können jedoch auch im Kontext des staatlichen Eigeninteresses gesehen werden. Beide Zentralbanken haben ein Inflationsziel von etwa 2 Prozent ausgegeben und diese Geldentwertung zu einer Art Idealwert erklärt. Die Staatsverschuldung sänke bei einer konstanten Inflation von 2 Prozent jedes Jahr real um diesen Wert – zumindest wenn man die Neuverschuldung ausklammert. Bei einem extrem niedrigen Zinsniveau, wie es heute vorherrscht, liefe diese Inflationsrate allerdings zugleich auf eine schleichende Enteignung der Sparer hinaus. Das Interesse des Staates an niedriger Inflation bei zugleich extrem niedrigen Zinsen ist also nicht unbedingt deckungsgleich mit den Interessen von Menschen, die eine sichere Form der Geldanlage suchen.

Goldkurs aktuell – Angebot und Nachfrage nach physischem Gold

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am physischen Goldmarkt ist zwar auf lange Sicht von großer Bedeutung für die Goldkursentwicklung. Den Goldkurs aktuell beeinflussen Angebots- oder Nachfrageüberhänge allerdings meist im eher geringen Maße. In Extremsituationen kann es sich jedoch anders verhalten. Als sich Investoren im Jahr 2013 in großem Umfang von ihren ETF-Positionen trennten und dadurch massenhaft Goldbarren auf den Markt gelangten, trug dies nach Einschätzung der meisten Analysten wesentlich dazu bei, dass Gold in diesem Jahr die schlechteste Performance seit 1980 verzeichnete. Für den langfristig orientierten Anleger sind solche Ausverkaufswellen eher positiv und können Kaufgelegenheiten darstellen.

Goldkurs aktuell – Spekulationen an den Terminmärkten

Von immenser Bedeutung für den Goldkurs aktuell sind die Positionierungen der großen Marktteilnehmer an den Terminbörsen wie der COMEX in New York. Da eine physische Lieferung des Edelmetall im Futures-Handel eher die Ausnahme als die Regel ist, können hier auch sehr große Positionen ge- und verkauft werden, die real überhaupt nicht vorhanden sind. Das Verhältnis von gehandeltem „Papiergold“ (Futures) zu dem tatsächlich für die Auslieferung zur Verfügung stehenden Edelmetall liegt an der COMEX im Bereich von1 zu 100. Dadurch entsteht eine im Grunde virtuelle Nachfrage beziehungsweise ein virtuelles Angebot, das den Goldkurs aktuell in eine Richtung treiben kann, die der Lage am physischen Markt genau entgegengesetzt ist.

Ein sinnvolles Hilfsmittel, um die Lage an der COMEX einzuschätzen, sind die wöchentlich veröffentlichten CoTs (Commitment of Traders). Diese Berichte der Commodity Futures Trading Commission geben die Positionierung der Marktteilnehmer an der Futures-Börse wieder.

Clicky