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Aktuelle Goldpreise – Was treibt den Kurs?

Wenn Sie sich ein Bild über aktuelle Goldpreise machen möchten, können Sie entweder fundamentale Einflussfaktoren im Auge behalten oder aber auf die Charttechnik setzten. Eine Kombination der Ansätze ist natürlich ebenfalls möglich. CoinInvest stellt Ihnen wichtige Elemente beider Betrachtungsweisen vor.

Aktuelle Goldpreise: fundamentale Einflussfaktoren

Wer aktuelle Goldpreise im kürzeren Zeitrahmen fundamental betrachtet, behält vor allem einige wirtschaftliche Schlüsselfaktoren im Blick. Die wichtigsten davon sind die Stärke oder Schwäche des US-Dollar, das Zinsniveau US-amerikanischer Anleihen, die Notenbankpolitik der Federal Reserve und die echte physische Goldnachfrage in den großen Goldmärkten wie China und Indien.

US-Dollar: Gold wird an allen wichtigen Handelsorten in der US-Wahrung gehandelt und steht zum Dollar in einer negativen Korrelation. Das bedeutet: Fällt der Dollar-Index, der die relative Stärke gegenüber sechs anderen wichtigen Währungen misst, dann steigen aktuelle Goldpreise in der Regel. Ein steigender Außenwert des Dollars hat entsprechend meist nachgebende aktuelle Goldpreise zur Folge.

US-Anleiheverzinsung: Auch die Verzinsung für US-amerikanische Staatsanleihen beeinflusst aktuelle Goldpreise stark. Der Grund: Sowohl Gold als auch US-Anleihen gelten als sicherer Hafen, während zum Beispiel amerikanische (und sonstige) Aktien als grundsätzlich riskantere Form der Geldanlage eingeschätzt werden. Steigen also die Anleihezinsen, dann wirkt sich dies in der Regel negativ auf den Goldpreis aus, da Gold selbst keine Zinsen abwirft. Sinkende Anleihezinsen machen hingegen ein Investment in den festverzinslichen Papieren weniger attraktiv und führen oft dazu, dass sich die Anleger zunehmend für Gold als Alternative entscheiden. Das gilt insbesondere dann, wenn sich die Verzinsung unterhalb der Inflationsrate befindet, also ein real negatives Niveau erreicht.

US-Geldpolitik: Von großer Bedeutung für aktuelle Goldpreise ist die Geldpolitik beziehungsweise Veränderungen der Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Meist werden solche Veränderungen in den Sitzungen des Offenmarktausschusses beschlossen. Zu den wichtigsten Veränderungen gehören die Anhebung oder Absenkung der Federal Funds Rate, also der US-amerikanischen Leitzinsen und das Initiieren oder Herunterfahren von Stimulationsmaßnahmen wie die sogenannte geldpolitische Lockerung nach 2008. Die Investoren ziehen aus den Entscheidungen der Notenbanker Rückschlüsse, ob und in welcher Weise sich die Maßnahmen auf den Dollar und die Anleiheverzinsung und dadurch mittelbar auf den Goldpreis auswirken werden. Auch die wichtigen US-amerikanischen Wirtschaftsdaten wie die Entwicklung der BIP oder die monatlich erscheinenden Arbeitsmarktberichte können unmittelbare Konsequenzen für aktuelle Goldpreise haben, sofern der Markt Konsequenzen für die Geldpolitik vermutet.

Neuigkeiten zu physischem Angebot und physischer Nachfrage: Des Weiteren werden aktuelle Goldpreise von Nachrichten mitbestimmt, die Rückschlüsse auf die Entwicklung der physischen Nachfrage zulassen. So stoßen die Importe der beiden wichtigsten Gold einführenden Länder – China und Indien – auf grundsätzlich starkes Interesse der Marktbeobachter und beeinflussen die Stimmung am Goldmarkt. Die Entwicklung der Minenproduktion von Gold und die Förderkosten für das Edelmetall wirken sich eher selten als tagesaktueller Faktor auf den Goldpreis aus, sind aber für die langfristigere Goldpreisentwicklung von großer Bedeutung. Der Goldpreis kann zwar auf kurz- bis mittelfristige Sicht unterhalb der Förderkosten liegen, auf Dauer ist dies jedoch nicht möglich. Die Folge wären Minenschließungen, die in einer Verknappung des Angebots resultieren, die wiederum zu steigenden Goldpreisen führt.

Aktuelle Goldpreise: charttechnische Betrachtungen

Nicht Nachrichten machen Preise, sondern Preise machen Nachrichten. Nach dieser Devise handeln chattechnisch orientierte Anleger. Physisches Angebot und physische Nachfrage, Stärke oder Schwäche des Dollar und Notenbanksitzungen sind für diese Investoren oder Trader ohne Belang. Stattdeesen ziehen technisch orientierte Anleger ihre Schlussfolgerungen für aktuelle Goldpreise aus der Preishistorie, also dem Goldchart.

Klassische steigende und fallende Trends: in der klassischen Charttechnik ist ein Aufwärtstrend etabliert, wenn sich mindestens drei Preistiefs im Goldchart in einer aufsteigenden Linie miteinander verbinden lassen. Solange diese Linie (Unterstützung) nicht unterschritten wird, gilt der Trend als intakt. Prallen aktuelle Goldpreise von der Unterstützung nach oben ab, gilt dies als ein Kaufsignal. Ein Abwärtstrend wird entsprechend durch die Verbindung von mindestens drei Preishochs in einer geraden absteigenden Linie definiert. Prallen aktuelle Goldpreise von dieser Linie (Widerstand) nach unten ab, gilt dies als Verkaufssignal.

Gleitende Durchschnitte: Gleitende Durchschnitte oder moving averages messen den Durchschnittspreis für eine bestimmte Zeitperiode und werden im Goldchart als eine mehr oder weniger wellige Linie dargestellt. Häufig genutzt werden, die 10-, 50-, 100- und 200-Tage-Linie. Befinden sich aktuelle Goldpreise oberhalb einer solchen Linie oder sogar über allen diesen Linien und sind diese Linien aufsteigend, ist das ein Anzeichen für eine starke nach oben gerichtete Preisentwicklung. Jede einzelne Linie dient als mögliche Unterstützung, deren Verteidigen oder Durchbrechen entsprechend bullisch oder bärisch interpretiert wird. Konkrete Kaufsignale werden in der einfachsten Form der Umsetzung dann generiert, wenn ein aufsteigender Durchschnitt mit kürzerer Periode einen Durchschnitt mit längerer Periode von unten nach oben durchkreuzt. Wenn ein absteigender „schnellerer“ Durchschnitt den „langsameren“ Durchschnitt von oben nach unten durchkreuzt, entstehen hingegen Verkaufssignale.

Fibonacci-Retracements: Korrekturen um bestimmte prozentuale Anteile einer Kursbewegung werden als Fibonacci-Retracements bezeichnet. Diese Retracement bilden mögliche Unterstützungen. Werden diese Unterstützungen verteidigt, vom Kurs also nicht durchbrochen, kann dies als ein Grund sein, aktuelle Goldpreise für den Einstieg zu nutzen. Die wichtigsten Retracements liegen bei einem Kursrückgang um 23.6%, 38.2%, 50%, 61.8% und 100% des vorangegangenen Anstiegs.

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