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Entwicklung Goldpreis – preisbestimmende Einflussfaktoren

Das reale Zinsniveau, das Verhältnis von physischem Angebot und physischer Nachfrage sowie psychologische Einflussfaktoren wirken entscheiden auf die Entwicklung Goldpreis ein. CoinInvest erläutert diese drei preisbestimmenden Faktoren genauer. Darüber hinaus erklären wir Ihnen, warum Sie Gold gerade dann kaufen sollten, wenn alle anderen von einer negativen Entwicklung Goldpreis ausgehen.

Entwicklung Goldpreis – der Einfluss der Realzinsen

Als Realzinsen bezeichnet man Zinsen nach Abzug der Inflation. Wenn Sie beispielsweise eine 10-jährige Bundesanleihe mit einer Verzinsung von 1,35 Prozent kaufen und die Inflationsrate liegt bei 0,75 Prozent liegt, dann beträgt die Realverzinsung der Anleihe 0,6 Prozent. Im umgekehrten Fall, also bei einer Anleiheverzinsung von 0,75 Prozent und einer Inflationsrate von 1,35 Prozent, wäre die Verzinsung mit -0,60 Prozent negativ. Sie würden also real einen Kaufkraftverlust erleiden. Eine solche negative Realverzinsung ist heute beim klassischen Sparbuch bereits der Normalfall.

Sowohl Gold als auch Anleihen hoher Bonität gelten als langfristig sichere Formen der Geldanlage und konkurrieren um dieselben Investoren. Eine hohe Realverzinsung wirkt sich in der Tendenz kurstreibend auf die Entwicklung Goldpreis aus und eine sehr niedrige oder sogar negative Realverzinsung wirkt tendenziell kurssenkend.

Die Anleihen mit dem größten Einfluss auf die Entwicklung Goldpreis sind nicht deutsche Bundesanleihen, sondern festverzinsliche US-Papiere, die von Notenbanken anderer Staaten, hochkapitalisierten Privatinvestoren, Pensionsfonds und vielen anderen Anlegern rund um den Globus gekauft werden.

Entwicklung Goldpreis – physisches Angebot und physische Nachfrage

Das Verhältnis von physischem Angebot und physischer Nachfrage nach Gold kann einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung Goldpreis ausüben. Ist am Markt mehr Gold verfügbar als nachgefragt wird, verbilligt sich der Preis für das Edelmetall häufig. Wird die Nachfrage hingegen durch das Angebot nicht gedeckt, sind Käufer häufig bereit, einen höheren Goldpreis zu bezahlen.

Die Nachfrage nach Gold stammt zu einem großen Teil aus der Schmuckindustrie und von Investoren. Seit Mitte der 2000er Jahre sind zum Investment-Bereich auch die Goldfonds oder ETFs zu rechnen, die große Mengen des Edelmetalls absorbieren oder abstoßen. Zentralbanken waren über viele Jahrzehnte Goldverkäufer. Im Jahr 2010 hat sich die Situation jedoch geändert. Seither fragen Zentralbanken in der Summe mehr Gold nach als sie verkaufen. Ein relativ kleiner Teil der Nachfrage entfällt auf Gold für industrielle, technologische, zahnmedizinische und sonstige Anwendungen.

Das Angebot an Gold setzt sich zusammen aus der jährlichen Minenförderung und recyceltem Altgold, überwiegend in Form von Goldschmuck. Hinzu kommt im Prinzip der sehr große Bestand des sogenannten above ground stocks. So bezeichnet man die Menge allen jemals geförderten Goldes. Gold geht aufgrund seines hohen Werts nur sehr selten verloren, sodass diese Gesamtmenge heute noch fast vollständig vorhanden und damit zumindest im Prinzip verfügbar ist. In der Realität befindet sich ein Großteil dieses Goldes jedoch in festen Händen und steht dem Markt deshalb nicht zur Verfügung.

Entwicklung Goldpreis – psychologische Faktoren

Gold spielt eine über die Jahrtausende entwickelte Rolle als Wertspeicher, der Vermögen auch über Kriege und die schwersten ökonomischen und politischen Verwerfungen hinweg bewahrt. Krisenzeiten sind in der Regel Zeiten eines erhöhten Sicherheitsbedürfnisses und steigender Goldnachfrage. Die jüngste Vergangenheit liefert ein anschauliches Beispiel dafür, wie Gold durch das Sentiment getrieben deutliche Kursanstiege, aber auch deutliche Kursverluste verzeichnen kann:

Als infolge der großen Finanzkrise 2007 und 2008 die Geldmengen der Fed und anderer Notenbanken massiv ausgeweitet wurden, waren Inflationsängste unter Investoren und in der Bevölkerung sehr verbreitet und akut. Die Entwicklung Goldpreis konnte davon spürbar profitieren: Vom Tief im Oktober 2008 bei 692,50 Dollar stieg der Goldpreis in London bis September 2011 auf sein noch heute bestehendes Allzeithoch von 1.896,50 Dollar. Das entspricht einer Performance von 173,86 Prozent in knapp drei Jahren.

Als die Inflation dann anders als von vielen erwartet nicht in die Höhe schnellte und stattdessen trotz massiv ausgeweiteter Geldmengen und aufgeblähter Bilanzen der Zentralbanken sogar Deflation als neue ernste Gefahr galt, wurde Gold entsprechend abgestraft. Vom September 2011 bis zum Juni 2013 sank der Goldpreis wieder auf 1.192 Dollar. In weniger als zwei Jahren hatte Gold 37,15 Prozent seines Marktwerts eingebüßt. Weder das Inflationsszenario noch das Deflationsszenario sind bisher Realität geworden. Die Entwicklung Goldpreis wurde allein von Befürchtungen zuerst nach oben und dann nach unten getrieben.

Entwicklung Goldpreis zum Goldkauf nutzen

Grundsätzlich sollten Sie Gold als eine sehr langfristige Form der Geldanlage betrachten. Es ist nicht ratsam, sich von kurz- bis mittelfristigen Schwankungen aus der Fassung bringen zu lassen und überstürzte Verkäufe zu tätigen, wenn der Goldpreis fällt. Wenn Sie die Entwicklung Goldpreis allerdings nutzen wollen, um Kaufzeitpunkte und Kaufvolumen festzulegen, sollten Sie eher Schwächephasen ausnutzen und nicht versuchen auf einen abgefahrenen Zug aufzuspringen.

Um die Jahrtausendwende waren Gold und andere reale Werte als Investment geradezu verpönt. Im Rückblick betrachtet war die damalige Zeit der Aktienbegeisterung jedoch ideal für den Einstieg in das Edelmetall. Es folgten Jahre der kontinuierlichen Wertsteigerung. Vor dem starken Kursanstieg von Oktober 2008 bis September 2011 hatte Gold einen massiven Wertverlust erlitten. Investoren hatten das Edelmetall regelrecht weggeworfen. Wieder wäre diese Zeit rückblickend perfekt für den Einstieg gewesen. Tiefstpreise werden nahezu immer von einem einhellig negativen Sentiment begleitet, Kurshochs hingegen von ungetrübtem Optimismus und nicht selten von Euphorie angekündigt.

Wenn also alle Analysten Ihnen davon abraten, Gold zu kaufen und sich niemand mehr findet, der auf eine steigende Entwicklung Goldpreis setzt, liegt oft die beste Chance zum Goldkauf bei attraktiven Preisen vor. Ist Gold wie 2011 hingegen zum Liebling der Anleger avanciert und jeder Goldbesitzer sieht sich als künftigen Millionär, kann es nicht schaden, einen kleinen Teil Ihres Goldes zu verkaufen und Gewinne mitzunehmen. Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit später günstig nachkaufen können.

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