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Goldpreisentwicklung – bestimmende Einflussfaktoren

Die Goldpreisentwicklung wird im Wesentlichen durch drei Faktoren bestimmt: erstens durch physisches Angebot und physische Nachfrage, zweitens durch spekulatives Angebot und spekulative Nachfrage am Markt für „Papiergold“ und drittens durch den monetären Aspekt des Goldes. CoinInvest erklärt Ihnen, wie diese drei Faktoren auf die Goldpreisentwicklung wirken. 

Goldpreisentwicklung – Bedeutung des physischen Markts

Das Angebot an physischem Gold besteht in der Hauptsache aus neu gefördertem Minengold und recyceltem Altgold. Die Nachfrage nach diesem Gold setzt sich (in absteigender Relevanz) zusammen aus:

  • Goldschmuck
  • Goldbarren und Goldmünzen als Investment
  • Gold für technologische Anwendungen
  • Goldkäufe der Zentralbanken

Der Bereich „Goldbarren und Goldmünzen als Investment“ lässt sich wiederum unterteilen in eine Investmentnachfrage, bei der die Besitzer das Edelmetall tatsächlich in physischer Form erhalten und eine Investmentnachfrage, in der das Edelmetall in der Verwahrung eines Fonds bleibt.

Diese auch als Gold ETFs bezeichneten Fonds erfreuen sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit bei privaten und institutionellen Investoren. Obwohl der Eigentümer das Gold nicht tatsächlich in Händen hält, sind ETFs kein sogenanntes Papiergold, auch wenn sie oft als solches bezeichnet werden, denn ETF sind – zumindest in den meisten Fällen – physisch gedeckt. ETFs sind primär, jedoch nicht ausschließlich, ein Phänomen innerhalb der westlichen Industrieländer. Das bekannteste Beispiel eines solchen ETFs ist der SPDR Gold Trust.

Die klassische physische Nachfrage, bei der die Eigentümer das Gold in Form von Goldmünzen oder Goldbarren auch buchstäblich besitzen, ist nach wie vor in Asien sehr stark. China und Indien sind die mit Abstand größten Goldkonsumenten der Welt, egal, ob man ETFs zur physischen Nachfrage rechnet oder nicht. Auch im Westen ist der reale Goldbesitz nach wie vor eine beliebte Form der Geldanlage. Dies belegen nicht zuletzt hohe und steigende Absatzzahlen von Münzprägeanstalten wie der US Mint (Goldmünze American Eagle), der Münze Österreich (Goldmünze Wiener Philharmoniker) oder der Royal Canadian Mint (Goldmünze Maple Leaf).

Gold für die technologische und industrielle Verwendung ist seinem Wesen nach physischer Natur. Die Nachfrageentwicklung gilt als stabil und langfristig steigend.

Zentralbanken wechselten im Jahr 2009 wieder auf die Käuferseite, nachdem Sie jahrzehntelang Nettoverkäufer von Gold waren. Ihre reale Bedeutung für die Goldpreisentwicklung ist nicht ganz so hoch, wie die öffentliche Aufmerksamkeit gelegentlich suggeriert. Im Gegenzug findet der wichtigste Teil der Nachfrage – Goldschmuck – in den Medien oft eine zu geringe Beachtung.

Der Einfluss auf die Goldpreisentwicklung des physischen Markts richtet sich danach, ob insgesamt das Angebot stärker ist als die Nachfrage oder umgekehrt. Ein Angebotsüberhang sorgt tendenziell für eine fallende Goldpreisentwicklung, ein Nachfrageüberhang entsprechend für eine tendenziell steigende Goldpreisentwicklung.

Wenn Sie sich intensiver mit der Zusammensetzung des physischen Goldmarkts beschäftigen möchten, empfehlen wir Ihnen, die quartalsweise erscheinenden Reporte „Gold Demand Trends“ des WGC (World Gold Council) sowie weitere ausführliche Berichte zu lesen, die vom WGC auf dessen Webseite veröffentlicht werden.

Goldpreisentwicklung – Bedeutung des „Papiergolds“

„Papiergold“ ist ein meist eher abwertend gebrauchter Begriff für Ansprüche auf Gold ohne echten physischen Hintergrund. Die wichtigste Art des „Papiergolds“ sind Futures und der wichtigste Markt für Gold Futures ist die COMEX in New York.

Ein Future ist ein Kontrakt, der als Long Position den Kauf und als Short Position den Verkauf einer bestimmten Menge Goldes zu einem bekannten Zeitpunkt in der Zukunft festlegt. In den allermeisten Fällen ist jedoch von vornherein klar, dass die Vertragsverpflichtung nicht durch Lieferung und Bezahlung, sondern einen Bargeldausgleich erfüllt wird, der die Differenz von tagesaktuellem Spot-Preis und dem Future-Preis abbildet.

Aufgrund  der Unmenge an Kontrakten ohne physische Lieferverpflichtung und wegen der großen Anzahl von Optionen und anderen Derivaten, dominieren häufig marktinterne Faktoren die Goldpreisentwicklung und können diese sogar vollständig  – aber in der Regel nicht langfristig – vom physischen  Angebot und der physischen Nachfrage abkoppeln. Es ist dieses Eigenleben von „Papiergold“, das Manipulationsvorwürfen gegenüber den Akteuren am Futures Markt zugrunde liegt.

Goldpreisentwicklung – monetäre Aspekte

Gold übt seit Jahrtausenden Geldfunktion aus. Auch wenn das gelbe Edelmetall diesen Status zurzeit nicht offiziell innehat, verhält es sich gegenüber dem US-Dollar häufig wie eine konkurrierende Währung, nicht wie ein Rohstoff. Dollarstärke resultiert regelmäßig in einer steigenden Goldpreisentwicklung und ein schwacher Außenwert des Dollars zieht häufig eine fallende Goldpreisentwicklung nach sich.

Ebenso deutlich ist die Abhängigkeit der Goldpreisentwicklung von der Zinsentwicklung, vor allem in den USA. Eine reale Verzinsung für Staatsanleihen nahe null oder sogar im negativen Bereich, treibt die Goldpreisentwicklung tendenziell nach oben. Ein hoher Zinssatz wirkt hingebend preissenkend auf Gold, da konservativen Investoren in diesem Fall eine (zumindest nach vorherrschender Meinung) sichere Form der Geldanlage zur Verfügung steht, die dennoch eine garantierte Rendite abwirft.

Überwiegen grundsätzliche Zweifel an der Wertstabilität des US-Dollars, zeigt Gold seine Stärke als historisch bewährter sicherer Hafen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Goldpreisentwicklung in den 70er Jahren. Damals sorgten hohe und ständig steigende Inflationsraten dafür, dass selbst exorbitante Zinssätze keinen realen Wertzuwachs mehr sicherstellten. Die Goldpreisentwicklung stieg über Jahre hinweg rasant an.

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