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Platin Preis – alle wichtigen Fakten

Der Platin Preis gibt darüber Auskunft, wie viel eine Feinunze Platin im internationalen Handel kostet. CoinInvest erklärt Ihnen, welche Faktoren den Platin Preis wesentlich beeinflussen, wo Platin gehandelt wird, wie die Preisentwicklung von Platin seit der Jahrtausendwende verlaufen ist und mit welchen Anlageprodukten aus Platin Sie von künftigen steigenden Preisen profitieren können.

Platin Preis – Einheit für den Handel und wichtige Handelsorte

Wie der Preis für alle Edelmetalle wird auch der Platin Preis für eine Feinunze oder ca. 31,103 g des Edelmetalls festgesetzt. Die Preisermittlung findet meist in Dollar statt, der Platin Preis in Euro ergibt sich dann aus dem jeweils aktuellen Euro-Dollar-Wechselkurs.

Einer der bedeutendsten Handelsorte für Platin ist London beziehungsweise der London Platinum and Palladium Market. Der im London Platinum Fixing festgesetzte Preis gilt als wichtige Referenz für Produzenten und industrielle Nutzer des Edelmetalls auf der ganzen Welt. Das Fixing findet einmal vormittags, um 9.45 Uhr und einmal nachmittags, um 14.00 Uhr Londoner Zeit statt.

Ein zweiter wichtiger Handelsort für Platin ist New York. An der Warenterminbörse COMEX wird Platin in Form von Platin-Futures, also Kontrakten mit einem festen Auslieferungstermin in der Zukunft, gehandelt. Darüber hinaus findet Platinhandel rund um die Uhr außerbörslich statt. Diese Form des Handels, bei dem sich beide Handelspartner ohne die Zwischenschaltung eine Börse auf einen Preis einigen, bezeichnet man auch als otc-Handel (otc = over the counter).

Welche Faktoren beeinflussen den Platin Preis?

Obwohl Platin ein bekanntes und weltweit geschätztes Edelmetall ist, hat es im Vergleich zu Gold oder Silber eher selten die Rolle von Geld übernommen. Unter anderem deshalb macht der Bereich Investment heute nur einen kleinen, allerdings inzwischen steigenden Teil der Gesamtnachfrage aus. Der Löwenanteil der Nachfrage entfällt auf die Industrie und hier wiederum zum größten Teil auf die Automobilindustrie, die Platin und auch andere Platinmetalle wie Palladium in Fahrzeugkatalysatoren einsetzt. Die Absatzzahlen der Automobilindustrie in den großen Märten wie China den USA und der EU sind für die Platinpreisentwicklung von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Das Angebot an Platin wird von den Minen in Südafrika dominiert, dem mit Abstand bedeutendsten Förderer von Platinmetallen. Der südafrikanische Minensektor befindet sich insgesamt in einer schwierigen Lage. Zum einen werden die Edelmetallvorkommen des Landes teilweise schon seit Jahrzehnten ausgebeutet und neue Projekte sind nur noch mit steigenden finanziellen Aufwendungen zu realisieren.

Darüber hinaus haben die Minenbetreiber häufig mit technischen Problemen zu kämpfen, insbesondere mit Stromausfällen und auch die Auseinandersetzungen mit den Bergbaugewerkschaften Südafrikas führen nicht selten zu Streiks und vorübergehenden Minenschließungen. In der Vergangenheit hat die instabile Situation in Südafrika schon des Öfteren zu Angebotsengpässen und heftigen Ausschlägen beim Platinpreis innerhalb sehr begrenzter Zeiträume geführt. Eine Besserung ist derzeit nicht in Sicht und aus der Perspektive eines Besitzers von Platin stellen die Ungewissheiten auf der Angebotsseite durchaus ein Plus dar, weil Sie immer wieder für Kursphantasie sorgen.

Platin Preis – Entwicklung seit 2000

Seit der Jahrtausenwende hat der Platin Preis vier Phasen durchlaufen. In der ersten Phase von 2000 bis 2008 verteuerte sich Platin von 433 Dollar bis auf den Höchstpreis von 2.276 Dollar im März 2008. Der Preisanstieg einspricht einer Performance des Edelmetalls von über 425% in etwas mehr als acht Jahren. Zum Vergleich, der Höchststand des DAX im Jahr 2008 lag nur minimal über dem Hoch des Jahres 2000.

Im Mai 2008 setzte dann die kurze, aber umso dramatischere Phase ein, in der der Platin Preis in weniger als einem halben Jahr auf 756 Dollar absackte. Das entspricht Preisrückgang um mehr als zwei Drittel, vom erst im März 2008 markierten Höchstkurs gerechnet. Der rapide Preisverfall war ein Ausdruck der damals tobenden Finanzkrise, in der alle Anlageklassen massive Verluste erlitten.

Im Rückblick betrachtet war der Herbst 2008 mit der Pleite der Investment-Bank Lehmann Brothers und den von Weltuntergangsstimmungen beherrschten Marktkommentaren eine ideale Gelegenheit, um Platin und so gut wie jedes andere Asset zu kaufen. Die Notenbanken, allen voran die Fed stützten ab November 2008 die Konjunktur durch eine ultra-lockere Geldpolitk und verhinderten dadurch eine Weltwirtschaftskrise vom Ausmaß der Depression in den 1930er Jahren.

Der Platinpreis profitierte davon. In der nun folgenden Phase verteuerte sich das Edelmetall bis zum August 2011 wieder auf 1.899 Dollar. Im Sommer 2011 ging der Platin Preis dann in seiner bisher letzten Phase in eine Seitwärtsbewegung über, in der die Marke von 1.900 Dollar nicht über- und die Marke von 1.300 Dollar nicht unterschritten wurden.

Anlageprodukte aus Platin

Von einem steigenden Platin Preis können Sie durch den Kauf von Platin-ETFs oder aber von physischen Anlageprodukten aus Platin profitieren. Bei den physischen Produkten handelt es sich um Platinbarren und Platinmünzen. Platinbarren werden von einigen Herstellern angeboten, die auch Gold- und Silberbarren produzieren. Dazu gehören so renommierte Unternehmen der Edelmetallbranche wie Heraeus und Umicore. Typische Gewichte reichen von 10 g Platinbarren über 1 oz Platinbarren bis hin zu 1 kg Platinbarren.

Daneben gibt es Platinmünzen, die von weltbekannten Münzprägeanstalten verausgabt werden, in der Standardversion meist als 1 oz Münze. Zu diesen Münzen gehören der Platin Koala und das Platin Platypus der Perth Mint (Australien), der American Platin Egale der US Mint (USA) und der Platin Maple Leaf der Royal Canadian Mint (Kanada). Der Platin Preis als Brutto-Verkaufspreis für die Barren und Münzen enthält immer 19 % Mehrwertsteuer.

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