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Platin – der vielseitige König der Edelmetalle

Platin ist selten und als attraktives Investment begehrt. Dank seiner Schönheit und Beständigkeit wird es als Schmuckmetall geschätzt und darüber hinaus ist Platin ein hochwertiges Industriemetall mit zahlreichen Anwendungen, das unter anderem auf der Einkaufsliste jedes Fahrzeugherstellers zu finden ist. CoinInvest stellt Ihnen den vielseitigen König unter den Edelmetallen genauer vor.

Platin im Vergleich mit Gold und Silber

Platin gehört zu den seltensten Elementen auf unserem Planeten. Gerade einmal 0,005 ppm (parts per million = Teile von einer Millionen) sind in der Erdkruste enthalten. Dem steht ein Silbervorkommen von 0,075 ppm gegenüber. Gold ist mit einem Vorkommen von 0,004 ppm zwar noch seltener, doch der Vergleich fällt gänzlich anders aus, wenn man den sogenannten above ground stock betrachtet, also alles jemals geförderte Platin und Gold, das heute, zumindest im Prinzip, verfügbar ist. Der above ground stock für Gold entspricht einem Würfel mit 20 Metern Kantenlänge und für Silber einem Würfel mit 53 Metern kantenlänge. Der Platinwürfel hätte hingegen nur eine Kantenlänge von 7 Metern.

Platin kann mit weiteren Superlativen gegenüber den beiden anderen Edelmetallen aufwarten. Es hat eine höhere Dichte als Gold und Silber und ist damit schwerer als beide. Es hat die höchste Duktilität (Formbarkeit unter Belastung), den höchsten Schmelzpunkt und ist außerdem das reaktionsträgste und damit korrosionsbeständigste der drei Edelmetalle.

Historisches über Platin

Platin wird seit Jahrtausenden für die Herstellung von Schmuck und Ornamenten verwendet. So fand man zum Beispiel königliche Sarkophage aus dem alten Ägypten, die mit Platin verziert sind. Auch die Hochkulturen Südamerikas kannten und schätzen Platin, um zum Beispiel Nasenringe daraus herzustellen. Im Europa der Neuzeit hingegen verlor Platin zunächst deutlich an Ansehen. Die Spanier nannten das Metall Platina, was wörtlich „kleines Silber“ bedeutet und durch den Diminutiv Geringschätzung ausdrückt.

Diese Geringschätzung blieb nicht auf die Sprache beschränkt. Als den Spaniern das heute wertvollste Edelmetall im 16. Jahrhundert auf ihrer Suche nach Gold und Silber im Süden der neuen Welt begegnete, betrachteten sie es „unreifes“ Gold und warfen es in die Flüsse, damit es dort zu Ende reifte.

Aufgrund einer ähnlichen spezifischen Dichte wie Gold wurde Platin auch zum Fälschen von Goldmünzen verwendet. Der drastische Plan der spanischen Regierung, alles Platin im Meer zu entsorgen, wurde – aus heutiger Sicht glücklicherweise – nicht umgesetzt. Man beließ es bei vorläufigen Exportverboten für Platin.

Die erste detaillierte Beschreibung des bis dahin rätselhaften Edelmetalls legte im Jahr 1748 der spanische Gelehrte Antonio de Ulloa vor und leitete damit einen Einstellungswandel gegenüber Platin ein. Im 20 Jahrhundert hatte sich die Wertschätzung dann so sehr gesteigert, dass die USA es während des 2. Weltkriegs in den Rang eines strategischen Metalls erhoben und den Besitz und die nicht militärische Verwendung kurzerhand für illegal erklärten.

Globales Angebot an Platin

Der vergleichsweise winzige above ground stock (siehe oben) von derzeit etwa 9.400 Tonnen Platin wächst nur äußerst langsam und wird in der Zukunft voraussichtlich noch langsamer wachsen. 97 % der jährlichen Produktion verteilt sich auf folgende Regionen beziehungsweise Länder:

  • Platin aus Nordamerika: 6%
  • Platin aus Simbabwe: 6%
  • Platin aus Russland:  13%
  • Platin aus Südafrika: 73%

In Südafrika und Russland, die gemeinsam 86% an neu gefördertem Platin stellen, fallen die Fördermengen seit 2006. Ein Erreichen oder sogar Übertreffen der alten Fördermengen gilt als nahezu ausgeschlossen.

Insbesondere in Südafrika sind die Förderbedingungen darüber hinaus von erheblichen sozialen Spannungen gekennzeichnet. Auseinandersetzungen zwischen Minengesellschaften und Gewerkschaften, begleitet von Streiks und Minenschließungen stellen eher die Regel als die Ausnahme dar. Experten gehen nahezu einhellig von einer erheblichen Steigerung der Produktionskosten von Platin in den nächsten Jahren aus.

Globale Nachfrage nach Platin

Die globale Nachfrage nach Platin befindet sich auf einem Rekordniveau von 8 Millionen Feinunzen und verteilt sich auf folgende vier Bereiche:

  • Platin für die Automobilindustrie: 33%
  • Platin für sonstige industrielle Anwendungen: 28%
  • Platin für Schmuck: 31%
  • Platin als Investment: 8%

Insbesondere für die Autoindustrie, die bereits heute den größten, einzelnen Anteil an der Nachfrage stellt, wird infolge steigender Absatzzahlen in Ländern wie China und Brasilien künftig einen noch stärkerer Bedarf an Platin prognostiziert. Die Investment-Nachfrage nach Platin hat in den letzten Jahren ebenfalls rasante Zuwachsraten verzeichnen können.

Platin als Investment

Genau wie Gold und Silber hat sich auch Platin seit der Jahrtausendwende zu einem lohnenswerten Investment entwickelt und ab dem Jahr 2000 gerechnet deutlich höhere Renditen eingebracht als DAX, Dow Jones & Co.

Die Investment-Nachfrage nach Platin hat sich von 2003 bis 2013 gut verdreißigfacht. Die Steigerung geht zum größten Teil von den noch relativ neuen  börsengehandelte Platinfonds aus, die auch als Platin-ETFs bekannt sind.

Darüber hinaus haben Anleger die Möglichkeit, physisches Platin in Form von Münzen wie dem Canadian Platinum Maple Leaf oder als Barren von renommierten Herstellern wie Heraeus oder Valcambi zu kaufen. Viele Investoren schätzen die Sicherheit, die der physische Besitz des Edelmetalls gegenüber börsengehandelten Platinprodukten bietet.

Platinmetalle

Unter dem Begriff Platinmetalle (international: platinum group metals, kurz: PGM) werden insgesamt sechs Elementen zusammengefasst, die sich durch ähnliche physikalische und chemische Eigenschaften auszeichnen, häufig in denselben Gebieten gefunden werden und zum Teil auch ähnliche Anwendungen haben. Neben Platin gehören zu dieser Gruppe die Edelmetalle Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium und Iridium. Die weltweit bedeutendsten Vorkommen an Platinmetallen befinden sich im Merensky Reef, das zum südafrikanischen Bushveld-Komplex gehört. Außerdem fallen die PGM in Ontario, Kanada sowie in Norilsk, Russland als Nebenprodukt der Förderung von Nickel an. Ein außerordentlicher Reichtum an Platinmetallen befindet sich außerdem auf den Mond und damit, zumindest derzeit, außerhalb der Reichweite einer rentablen Gewinnung.

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