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Silbermünzen Preisvergleich – Welche Münzen sind am günstigsten?

Anlagemünzen aus Silber werden zu erheblich voneinander abweichenden Preisen angeboten. Welche Münzen führen die Preis-Hitliste an? Wie kommen die Unterschiede zustande? Welche Rolle spielt die Besteuerung von Silbermünzen für den Verkaufspreis? CoinInvest hat die Antworten auf diese Fragen für Sie zusammengestellt.

Silbermünze Preisvergleich –  klassische Anlagemünzen

Im Silbermünzen Preisvergleich befindet sich grundsätzlich eine Gruppe von Münzen an der Spitze, die unter dem Sammelbegriff der klassischen Anlagemünzen oder auch Bullionmünzen zusammengefasst werden. Diese Anlagemünzen bestehen aus hochreinem Silber mit einer Feinheit von 99,9% oder sogar 99,99%. Sie stellen in Deutschland (auch aus steuerlichen Gründen (vgl. letzter Abschnitt) die bevorzugte Art des Investments in physisches Silber dar.

Bullionmünzen werden ohne Prägelimit in Stempelglanz oder einer vergleichbaren Prägequalität hergestellt. Sie zeigen ein gleichbleibendes Münzbild. Für die Auslieferung sind bei Abnahme bestimmter Mengen (zum Beispiel 20 oder 25 Silbermünzen) sogenannte Tubes üblich, verschließbare Röhren aus Hartplastik. Größere Mengen (zum Beispiel 500 Münzen) werden zusätzlich in Masterboxen zusammengefasst und ausgeliefert.

Das Feingewicht von klassischen Bullionmünzen beträgt 1oz (eine Feinunze oder 31,1034768 g Silber). Auf den beiden vorderen Plätzen im Silbermünzen Preisvergleich sind im deutschen Handel fast immer der Wiener Philharmoniker der Münze Österreich und der Maple Leaf aus Kanada zu finden. Danach folgt mit einem kleinen Abstand meist der American Silver Eagle der United States Mint. Neben der führenden Rolle im Silbermünzen Preisvergleich zeichnen sich diese Münzen auch durch eine sehr gute Handelbarkeit aus. Für einen „Maple“, „Wiener“ oder „Eagle“ finden Sie jederzeit einen Abnehmer, der Ihnen einen marktgerechten Preis zahlt. Einen Sammlerwert entwickeln diese Silbermünzen nicht. Die von den Münzprägeanstalten anvisierte Zielgruppe für diese Münzen sind Anleger in Silber und nicht numismatisch interessierte Käufer. Für letztere werden gesondert Sammlermünzen verausgabt.

Silbermünzen Preisvergleich –  Anlagemünzen mit zusätzlichem Sammlerwert

Den klassischen Anlagemünzen folgen im Silbermünzen Preisvergleich die Anlagemünzen mit Sammlerwert. Die Übergänge sind allerdings fließend. Die Silbermünze Britannia erfüllt zum Beispiel fast alle Kriterien für eine klassische Bullionmünze und die ausgebende Royal Mint hat diesen Charakter durch die Auslieferung in Tubes seit 2013 noch betont. Das Münzbild der Britannia ist jedoch nicht gleichbleibend und ältere Ausgaben werden durchaus mit allerdings eher moderaten Aufpreisen gegenüber dem aktuellen Jahrgang gehandelt.

Die Silbermünze Koala der Perth Mint aus Australien ist wiederum im Grunde eine typische Anlagemünze mit Sammlerwert, die einzeln gekapselt ausgeliefert wird, in mehreren Größen und Gewichten erhältlich ist und ein jährlich wechselndes Münzbild zeigt. Allerdings fehlt dem Silber Koala das Prägelimit, das für den Sammlerwert eigentlich von entscheidender Bedeutung ist. Die ersten beiden Jahrgänge der Koala Münzen erzielen dennoch bedeutende Preisaufschläge, da die erreichte Auflage zunächst trotz fehlendem Prägelimit gering war. Die Preise für Britannia und Koala des aktuellen Jahrganges befindet sich meist relativ nah am Preis für die reinen Bullionmünzen.

Als nächsten folgen im Silbermünzen Preisvergleich die limitiert verausgabten Anlagemünzen mit eindeutigerem Sammlerwert. Die bekanntesten Vertreter sind die Silbermünzen Kookaburra und Lunar 2 der Perth Mint und der von der China Gold Coin Incorporation vertriebene China Panda Silber. Letzterer macht allerdings eine Art Metamorphose mit ungewissem Ausgang durch. Aufgrund der beständigen Erhöhung der Prägezahlen nimmt der Silber Panda   zunehmend Züge einer klassischen Anlagermünze an. Der China Panda 2013 Silber erreichte zum Beispiel eine Auflage von 8 Millionen, während die Auflage beim Kookaburra 2014 und dem Lunar 2 Pferd 2014 in der Ausgabe 1 oz auf 300.000 Stück beschränkt war. Es steht zu vermuten, dass die jüngeren und auch kommende Jahrgänge nicht mehr dieselben, teilweise exorbitanten Preisaufschläge für Sammler erzielen werden wie frühere Jahrgänge.

Silbermünzen Preisvergleich –  der Einfluss der Mehrwertsteuer

Bis zum Jahr 2013 wurde beim Kauf von Silbermünzen der ermäßigten Steuersatz von 7% fällig. Aufgrund der EU-weiten Steuerharmonisierung ist diese Bevorzugung am 1. Januar 2014 entfallen. Prinzipiell gilt nun auch beim Kauf von Silbermünzen der volle Mehrwertsteuersatz von 19 %. Allerdings haben Händler die Möglichkeit, für Münzen, die von außerhalb der EU beziehungsweise über ein Zollfreilager eingeführt werden, die sogenannte Differenzbesteuerung anzuwenden.

Wählt ein Händler diese Option, muss er auf die Vorsteuererstattung verzichten, kann dafür aber von der ermäßigten Einfuhrumsatzsteuer von 7 % profitieren. Den vollen Steuersatz von 19% muss er lediglich auf die Differenz von Einkaufspreis und Verkaufspreis zahlen, daher die Bezeichnung als Differenzbesteuerung. Das Aufgeld zum aktuellen Silberpreis steigt durch die Differenzbesteuerung für den Kunden nur in so geringem Maße, dass es zu keinen erheblichen Mehrkosten kommt. Die Silberpreisschwankungen eines einzelnen Tages überwiegen in der Regel die Folgen der steuerrechtlichen Neuerungen für Silbermünzen.

Die sichtbarste Auswirkung der Differenzbesteuerung im Silbermünzen Preisvergleich betrifft den kanadischen Maple Leaf und den Wiener Philharmoniker aus Österreich. Bis Ende 2013 war der Wiener Philharmoniker häufiger auf dem ersten Platz zu finden und der Maple Leaf häufiger auf dem zweiten Platz. Nun hat sich dieses Verhältnis tendenziell umgekehrt. Der Grund: Der Wiener Philharmoniker wird in Österreich, also einem EU-Land produziert, darf also nicht direkt auf deutsches Zollgebiet eingeführt werden, wenn die Differenzbesteuerung angewendet werden soll. Dadurch entstehen zusätzliche Logistikkosten.

Für die Frage, ob Sie Silberbarren oder Silbermünzen kaufen sollten gilt: Differenzbesteuerte Silbermünzen behalten den steuerlichen Vorteil gegenüber Silberbarren, die schon vor Januar 2014 mit 19 % besteuert wurden.

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