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Silberpreis – Das sollten Sie wissen.

Wie entsteht der Silberpreis? Was ist die Ursache für starke Silberpreisschwankungen? Warum ist die Zusammensetzung der Nachfrage nach Silber so wichtig für die Preisentwicklung? CoinInvest erklärt Ihnen den Silberpreis auf leicht verständliche Weise.

Silberpreis: Preisfindung und wichtige Handelsorte

Der Silberpreis ist der Preis für 31,1034768 g beziehungsweise eine Feinunze Silber. Der wichtigste Silberpreis ist der Londoner Silberpreis. Er wird einmal pro Tag um 12.00 Uhr GTM (Greenwich Mean Time) durch drei Banken im London Silver Fixing festgesetzt. Bei den Banken handelt es sich um die Scotiabank (Kanada), die HSBC (Großbritannien) und die Deutsche Bank (Deutschland). Das Fixing findet in US-Dollar statt. Ein Silberpreis in Euro und ein Silberpreis in Britischem Pfund werden aus dem Dollarpreis für eine Unze Silber errechnet und gleichfalls notiert.

Neben dem London Silver Fixing ist der New Yorker Handel mit Silber von großer Bedeutung. Der Handel findet an der COMEX statt. Die COMEX (Commodity Exchange) ist eine ehemals selbstständige Warenterminbörse, die heute als Teil der NYMEX (New York Mercantile Exchange) operiert und sich im Besitz der CME Group befindet. An der COMEX wird Silber in Form von Spot-Kontrakten und Futures-Kontrakten gehandelt.

  • Silber Spot: Auslieferung innerhalb von zwei Tagen
  • Silber Future: kontraktabhängiger Lieferzeitpunkt in der Zukunft

Der New Yorker Silberpreis oder genauer, die New Yorker Silberpreise werden nicht, wie in London, fixiert, sondern im fortlaufenden Handel durch die Marktteilnehmer ermittelt.

Zu den weiteren internationalen Handelsplätzen gehören Sydney und Hong Kong, die aber beide gegenüber London und New York eine eher untergeordnete Rolle für den Silberpreis spielen.

Silberpreis: Einfluss des Derivatehandels

Der Handel mit Derivaten auf Silber kann die Entwicklung des Silberpreises kurz- bis mittelfristig verzerren. Beim Derivatehandel wird kein physisches Silber gekauft oder verkauft, sondern Börsenprodukte mit teils extremem Hebel, die sich direkt oder indirekt auf den Silberpreis beziehen und überwiegend der kurzfristigen Spekulation dienen. Auf lange Sicht bestimmt jedoch das reale Verhältnis von Angebot und Nachfrage die Silberpreisentwicklung.

Silberpreis: Diversität der Nachfrage nach Silber

Das Angebot an Silber besteht im Wesentlichen aus neu gefördertem Minensilber und recyceltem Altsilber (Silberkomponenten aus Konsum- und Industriegütern, Silberbesteck etc.)

Die Nachfrage nach Silber stammt etwa zur Hälfte aus der Industrie. Wichtige Einsatzmöglichkeiten für das weiße Edelmetalls sind zum Beispiel Katalysatoren und Batterien. Silber findet in so unterschiedlichen Produkten wie Handys, Solarzellen, Fahrzeugmotoren und medizinischen Pflastern Anwendung.

Schmuck stellt ebenfalls einen wichtigen Anteil an der Nachfrage nach Silber. Das gilt in noch stärkerem Maße für den schnell wachsenden Bereich Silber als Investment, in dem große und schwere Barren eine zentrale Rolle spielen. Um beispielsweise zum Handel am London Bullion Market zugelassen zu werden, müssen Silberbarren beachtliche 23 bis 34 kg wiegen und eine Feinheit von 999/1000 aufweisen. Man bezeichnet diese Barren auch als London Good Delivery Silver Bars.

Die Nachfrage nach Silber aus der Industrie zugleich als Investment-Metall macht den Silberpreis oft unberechenbar und die Preisentwicklung schwer zu prognostizieren. So kann sich Silber wie ein gewöhnliches Industriemetall verhalten und auf positive oder negative konjunkturelle Daten aus großen Volkswirtschaften wie China mit steigenden oder fallenden Preisen reagieren. Es ist aber ebenso gut möglich, dass Aspekte wie Inflationsschutz und die Sorge um Währungsstabilität in den Vordergrund treten und Silber ebenso wie Gold als sicherer Hafen wahrgenommen wird, bei den Akteuren am Silbermarkt also der Investment-Gedanke dominiert.

Silberpreis: Gründe für hohe Volatilität

Vergleicht man einen Silberchart mit einem Goldchart, so lassen sich auf nahezu allen Zeitebenen beim Silberkurs deutlich stärkere Preisausschläge feststellen als beim Goldkurs. Man sagt: Der Silberpreis hat eine höhere Volatilität und diese höhere Volatilität ist wesentlich bedingt durch das vergleichsweise geringe Dollar-Volumen, das im Silbermarkt umgesetzt wird.

Zur Verdeutlichung: Die Gesamtnachfrage nach Silber betrug im Jahr 2012 rund 32 Milliarden US-Dollar. Die Gesamtnachfrage nach Gold lag bei 234 Milliarden US-Dollar. Derselbe Dollarbetrag bewegt im Silbermarkt also einen wesentlich höheren Anteil an der Gesamtnachfrage als im Geldmarkt. Hinzu kommt, dass mit vergleichsweise winzigen Beträgen erhebliche spekulative Positionen im Derivatehandel (siehe oben) eingegangen werden können, die den Silberpreis in kürzester Zeit um mehrere, teils sogar um viele Prozentpunkte bewegen.

Als Besitzer von physischem Silber sollten Sie sich von der „Achterbahnfahrt“ jedoch keineswegs abschrecken lassen, im Gegenteil: Gerade spektakuläre Preiseinbrüche stellen für den langfristig denkenden Anleger exzellente Gelegenheiten dar, den eigenen Bestand an Silber aufzustocken. Buy low, sell high, wie eine alte Investment-Weisheit empfiehlt.

Silberpreis für Münzen  und Barren

Wenn Sie bei CoinInvest Silber in Form von Münzen oder Barren kaufen, bezahlen Sie dafür ebenso wie bei Goldprodukten einen Aufschlag auf den Silberpreis in London oder New York. Dieser Aufschlag enthält alle Herstellungs- und Lagerungskosten. Beim Silberpreis fällt der Aufschlag aus zwei Gründen höher aus als beim Gold:

  • Die Herstellungskosten für Münzen und Barren machen aufgrund des geringeren Preises bei Silber einen höheren Anteil aus als bei Gold.
  • Beim Verkauf von Silbermünzen und Silberbarren wird Mehrwertsteuer fällig, bei Goldbarren und Goldmünzen ist das nicht der Fall.

Bis einschließlich 2013 existieren für Münzen und Barren aus Silber verschiedene Steuersätze:

  • 7% Mehrwertsteuer für Münzen
  • 19% Mehrwertsteuer für Barren
Ab 2014 gilt der einheitliche Steuersatz von 19% für alle Silberprodukte.  

 

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