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Silberpreise

Worauf genau beziehen sich Silberpreise? Wo entstehen sie und wodurch werden sie beeinflusst. Was sollte ein Anleger tun, wenn die Silberpreise plötzlich einbrechen? Wie setzen sich die Preise für Silberbarren und Silbermünzen konkret zusammen? CoinInvest hat die Antworten auf diese Fragen für Sie parat.

Was sagen Silberpreise genau aus?

Silberpreise werden im internationalen Handel immer für eine ganz bestimmte Gewichtseinheit festgelegt, nämlich die Unze oder genauer: die Feinunze Silber. Dieses historische und außerhalb des Edelmetallhandels heute unübliche Massemaß entspricht exakt 31,1034768 g. Des Weiteren werden die Weltmarktpreise für Silber in US-Dollar ermittelt. Sofern Sie Silberpreise für andere Gewichtseinheiten als die Feinunze und in anderen Währungen als den Dollar sehen, handelt es sich um bloße Umrechnungen. Von diesen sind hierzulande bei den Gewichten der Silberpreis pro Gramm sowie der Silberpreis pro Kilo und bei den Währungen der Silberpreis in Euro am häufigsten anzutreffen.

Wo entstehen Silberpreise?

Der weltweit wichtigste Silberpreis wird einmal am Tag in London festgesetzt. Den Mechanismus der Preisfestsetzung bezeichnet man als Silber Fixing. Das Fixing wird von drei internationalen Großbanken durchgeführt, die den Silberpreis per Telefonkonferenz aushandeln. An diesem Preis orientieren sich die Marktteilnehmer an alle anderen Handelsplätze für Silber.

Silberpreise, die auf Finanzwebseiten angezeigt werden, sind in der Regel die Spot-Preise für Silber. Der Spot-Markt hat keinen alleinigen Handelsort. Er findet in London ebenso statt wie in New York oder Tokyo und zwar überwiegend außerbörslich oder otc (over the counter). Der Begriff „Spot-Preis“ sagt aus, dass das gehandelte Silber innerhalb von zwei Werktagen ausgeliefert werden muss.

Von großem Einfluss auf den Spot-Markt für Silber ist neben dem Londoner Silber Fixing auch die COMEX. An dieser Warenterminbörse in New York werden Silber-Futures gehandelt, in der Regel allerdings überwiegend zum Zweck der Absicherung oder auch als reine Spekulation auf steigende oder fallende Silberpreise. Nur in einer Minderzahl der Fälle kommt es zu einer tatsächlichen Auslieferung.

Welche Faktoren beeinflussen die Silberpreise?

Der Silberpreis wird durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach dem Edelmetall bestimmt. Die beiden wichtigsten Bestandteile der Nachfrage sind die Industrie und der Bereich Investment. Das Angebot setzt sich im Wesentlichen aus neu gefördertem Minensilber und recyceltem Altsilber zusammen. Überwiegt das Angebot die Nachfrage deutlich führt das im Allgemeinen zu fallenden Preisen. Ist die Nachfrage hingegen deutlich stärker als das Angebot, hat dies in der Regel anziehende Silberpreise zur Folge.

Bei der Investment-Nachfrage muss man wieder unterscheiden zwischen echter physischer Nachfrage in Form von Silberbarren und Silbermünzen und andererseits der Nachfrage nach „Papiersilber“, also nach Silber-Futures (siehe oben), die sich von der Situation am physischen Markt weitgehend entkoppeln kann. So ist es auf kurz- oder auch mittelfristige Sicht möglich, dass real große Mengen an Silber nachgefragt werden, zugleich aber die spekulationsbedingte Preisrichtung am Papiermärkt abwärts gerichtet ist und die gesamte Silberpreisentwicklung dominiert.

Wie sollten sich Anleger bei einbrechenden Silberpreisen verhalten?

Solche oder auch anders bedingte Preisübertreibungen nach unten stellen sich dann nicht selten im Nachhinein als sehr gute Kaufgelegenheiten für Investoren heraus. Im Zuge der Finanzkrise 2008 wurde das weiße Edelmetall gemeinsam mit nahezu allen anderen Assets buchstäblich weggeworfen. Der Silberkurs reduzierte sich in wenigen Monaten von über 20 auf unter 10 Dollar. Knapp drei Jahre später kostete Silber annähernd 50 Dollar.

Warum sind Goldpreise für Silberpreise wichtig?

Auch die Goldpreise üben einen wesentlichen Einfluss auf die Silberpreise aus. Die langfristige Preisentwicklung der beiden Edelmetalle läuft deshalb meist in dieselbe Richtung, wobei am wesentlich kleineren Silbermarkt deutlich höhere Preisausschläge in beide Richtungen typisch sind. In anderen Worten: Steigt Gold, dann steigt Silber meist deutlicher, fallen die Goldpreise dann fallen die Silberpreise oft in noch stärkerem Maße. Die höhere Volatilität macht Silber gegenüber Gold zu einem sowohl chancen- als auch risikoreicheren Investment. Eine Mischung beider Edelmetalle im Portfolio wird deshalb von vielen Experten bevorzugt.

Wie setzten sich Silberpreise für Barren und Münzen zusammen?

Den mit Abstand größten Anteil am Preis für Silberbarren und Silbermünzen hat der Silberpreis selbst. Hinzu kommen die Kosten für die Herstellung beziehungsweise Prägung, sowie Lager- und Lieferkosten und die Gewinnspanne des Edelmetallhändlers. Auf den Nettoverkaufspreis wird dann noch die Mehrwertsteuer aufgeschlagen, die für verschiedene Silberprodukte unterschiedlich ausfällt.

Silberbarren werden grundsätzlich mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19% besteuert. Silbermünzen wurden bis 2013 grundsätzlich mit dem ermäßigten Steuersatz von 7% besteuert. Seit 2014 hat sich die Situation jedoch etwas kompliziert. Bezieht der Händler die Münzen aus Deutschland oder einem Land der Europäischen Union gilt nun ebenfalls der Mehrwertsteuersatz von 19%. Bei Münzen, die der Händler von außerhalb der EU kauft, kann er die sogenannte Differenzbesteuerung anwenden. In diesem Fall gilt die erhöhte Mehrwertsteuer nicht für den Gesamtpreis der Silbermünze, sondern lediglich für die Differenz des Einkaufs- und Verkaufspreises des Händlers. Daraus resultiert eine Steuererhöhung, die für den Endkunden auf weniger als 1% hinausläuft.

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